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Worum geht es?

Tierschutz, gerade im Bereich Tierversuche, ist nach wie vor dringend notwendig. Unnötige, oft auch schwer belastende Versuche sind leider auch heute noch üblich. Diese treffen nicht ‚nur‘ Mäuse und Ratten, sondern alle Tierarten, bis hin zu Hunden und Affen. Die Ärztinnen und Ärzte für Tierschutz in der Medizin, kurz ATM genannt, sind eine Tierschutzorganisation von Ärzten der Human-, Veterinär- und Zahnmedizin, die aufgrund ihrer Ausbildung in der Lage sind, den immer behaupteten Nutzen der Tierversuche in Frage zu stellen.

Allein schon der Ansatz, über einen Tierversuch etwas für den Menschen Gültiges zu erfahren, ist sehr problematisch.
Die Erfahrungen von ATM haben gezeigt, dass es Sinn macht, Schritt für Schritt Teilerfolge zu erringen, also zum Beispiel die Anzahl der Tierversuche zu reduzieren, die Belastung bei den einzelnen Tierversuchen zu verringern, und – ganz wichtig – Alternativmethoden zu propagieren. Dieses Vorgehen nützt weit mehr, als sich prinzipiell und chancenlos gegen jeden Tierversuch zu stellen. Das Fernziel der Ärztinnen und Ärzte für Tierschutz in der Medizin, nämlich der vollständige Verzicht auf Tierversuche, ist derzeit leider nicht, noch nicht, realisierbar. Schwer belastende Tierversuche lehnt die Organisation generell ab, insbesondere dann, wenn sie der Grundlagenforschung dienen, und somit dem sicheren schweren Leid für die Tiere kein sicherer Nutzen für Mensch oder Tier gegenübersteht.


Bewertung von Nutzen und Belastung eines Tierversuchs


Jeder Experimentator ist vom Sinn seiner Versuche überzeugt. Ob ein Versuch wirklich notwendig ist, kann deshalb nur von unabhängiger Seite beurteilt werden. Nichtmediziner sind dazu oft nicht in der Lage. Daraus leitet sich eine der Hauptaufgaben der Ärztinnen und Ärzte für Tierschutz in der Medizin ab: Sie gehen fragwürdigen Tierversuchen nach und setzen sich ein für deren Beendigung. Wenn möglich im Gespräch mit den Forschern und/oder durch Öffentlichkeitsarbeit.

Welcher Tierversuch ist gerechtfertigt?

Die Beantwortung dieser Frage erfolgt bei den Ärztinnen und Ärzten nach fünf Kriterien. Diese sind: Wie gross ist der zu erwartende Nutzen für Mensch und Tier? Wie gross ist die Erfolgswahrscheinlichkeit? Wie gross ist die Belastung für das Tier? Gibt es Alternativmethoden? Und zu guter Letzt: Rechtfertigt der absehbare Nutzen die absehbare Belastung für die Versuchstiere? 

 
Nutzen

Eine der am schwierigsten zu widerlegenden Behauptungen ist der jeweils angegebene Nutzen für Mensch und Tier. Erst, wenn der mögliche Nutzen festgelegt ist, kann überhaupt entschieden werden, ob der Schweregrad des Versuchs zu rechtfertigen ist. Gemäss Aussagen von Tierversuchskommissionsmitglieder wird in den Kommissionen der Versuchszweck ('finale Unerlässlichkeit') kaum je überprüft, sondern in erster Linie geschaut, ob der Versuch schonender durchgeführt werden kann. Grund ist, dass der von den Forschern behauptete Nutzen sehr schwer zu widerlegen ist für Nicht-Spezialisten im jeweiligen Fachgebiet. Währenddem die Normalbevölkerung fachlich erst recht kaum in der Lage ist, den von den Forschern behaupteten Nutzen von Versuchen zu widerlegen, ist dies den Aerzten für Tierschutz aufgrund ihrer Ausbildung möglich. Zwecks grösstmöglicher Objektivität erfolgen solche Bewertungen nicht von Einzelpersonen, sondern durch verschiedene praktizierende Ärzte und Spezialärzten der jeweiligen Fachgebiete.


Erfolgswahrscheinlichkeit

Der Erfolg eines Versuchs ist von diversen Faktoren abhängig: Der Auswahl der „richtigen“ Tierart – sofern es die überhaupt gibt –, der richtigen Endpunkte, der Erfahrung der Experimentatoren, der Laborausstattung etc. Faktoren, die bei Bewertungen berücksichtigt werden.


Belastung für die Versuchstiere

Forscher neigen dazu, die Belastung der Tiere zu unterschätzen. Dies wurde auch in wissenschaftlichen Arbeiten nachgewiesen. Die Ärzte für Tierschutz nehmen deshalb selber Einschätzungen vor, wobei sie sich an die Schweregradeinteilung des Bundesamtes für Veterinärwesen BVET halten.


Güterabwägung

Rechtfertigt der absehbare Nutzen eines Tierversuchs die absehbare Belastung des Tiers? Die Beantwortung dieser Frage kommt heute prinzipiell den Tierversuchskommissionen der Kantone zu. Diese sind, gemäss eigenen Aussagen, von der steigenden Anzahl und Komplexität der Gesuche aber oft überfordert. Die Tierschutzvertreter sind in diesen Organisationen stets in der Minderheit und können somit keinen Versuch zu Fall bringen. Zudem droht bei der Ablehnung eines Gesuchs viel Ärger, Prozesse sind nicht unüblich.


Aktuelle Aktivitäten

Derzeit konzentrieren sich die Aerzte für Tierschutz v.a. auf den Bereich Hunde in Tierversuchen. Die Kritik an Versuchen der Parasitologie Zürich, bei denen 56 Beagles mit Parasiten infiziert, studiert und letztlich umgebracht wurden, fand ein grosses Echo in Zeitungen und Fernsehen.

Eine diesbezüglich in Auftrag gegebene Meinungsumfrage zeigte:

70% aller Schweizer wollen keine Tierversuche an Hunden, um vielleicht Krankheiten bei Hunden besser behandeln zu können.

65% aller Schweizer wollen nicht mal Tierversuche an Hunden, um vielleicht Krankheiten des Menschen besser behandeln zu können.

79% aller Schweizer wollen keine belastenden Hundeversuche, um die Giftigkeit von Stoffen wie beispielsweise Pestiziden besser einschätzen zu können.

Dies steht in krassem Gegensatz zum weitverbreiteten Gebrauch des Hundes als Versuchstier.

 

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