HomeNewsMitgliedschaftÜber unsBeispieleThemenLinks
Studienregister

A. Was ist das?

Studienregister sind Verzeichnisse in denen alle geplanten und durchgeführten Studien aufgelistet sind.

B. Wozu?

Wenn z.B. eine Firma ein Medikament testet und der Versuch ein für die Firma ungünstiges Resultat ergibt, dann kann die Firma ohne Studienregister diesen ungünstigen Versuch schlicht nie publizieren.

Studienregister können dies verhindern.

Dass dem so ist, hat die Wissenschaft mittlerweile erkannt. Im Bereich der ‚klinischen Studien’, das heisst Studien am Menschen, werden die Studienregister deshalb jetzt auch weltweit eingeführt.
Nicht aber bei Tierversuchsstudien!

C. Warum Studienregister auch für Tierversuche?

  1. Auch nicht-publizierte Negativresultate aus Tierversuchen gefährden die Menschen.

    Beispiel: da sich den Tierversuchen meist klinische Studien anschliessen, gefährden nicht-publizierte präklinische Studien die späteren klinischen Studien.
    Also: Hauptargument ist der Schutz der Konsumenten und Patienten!
    - durch Vermeidung der Nicht-Publikation von unerwünschten Resultaten
    - durch Vermeidung von falschen Metaanalysen (zusammenfassende
    Analyse aller vorhandenen Studien zu einem Thema) wegen selektiver Publikation von günstigen Resultaten

  2. Verantwortung gegenüber dem Opfer/Risiko des Probanden

    - Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften fordert‚ dass der durch den persönlichen Einsatz von Patienten ermöglichte Erkenntnisgewinn uneingeschränkt für die Gesundheitsversorgung zur Verfügung steht.

    - Die Schweizerische Aerztezeitung hält fest‚ dass, wer an einer Studie Risiken auf sich nimmt, wenigstens erwarten darf, dass diese der Forschung von Nutzen ist und auch publiziert wird.

    - Das New England Journal of Medicine fordert, dass zukünftigen Versuchsprobanden alle Information früherer Versuche zugestanden werden muss, um ihr eigenes Risiko abschätzen zu können.

    Weiter findet es dies aber auch unabdingbar den Sponsoren der Studien gegenüber.

    Das Opfer der Versuchstiere ist aber meist bei weitem grösser als jenes menschlicher Probanden. Also haben wir diese Verantwortung auch den Versuchstieren gegenüber.

  3. Pharmafirmen könnten auch wegen Nicht-Publikation von Tierversuchsdaten verklagt werden, sollten also letztlich mit Studienregistern einverstanden sein.

  4. Nachdem seit Jahrzehnten die Tierexperimentatoren sich vor Einsichtnahme mit dem Argument schützen, dass die frühzeitige Bekanntgabe ihrer Versuchsvorhaben ihrer Konkurrenz immense Vorteile verschaffen und somit ihre Forschung extrem behindern würde, beweisen sie derzeit gerade selbst, dass dies nie wirklich das Problem war... In keinem der von uns überblickten Journals hat sich bisher auch nur ein einziger Forscher gegen die Studienregister gewehrt mit diesem Argument! (Stand Juli 2005)

    Was ja doch ganz erstaunlich ist....

    Das Amtsgeheimnis erweist sich also als verzichtbar!