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Botox

Seit Juli 2012 wird Botox in der Schweiz ohne Tierversuche hergestellt.

Nach jahrelangem Kampf vieler Tierschutzorganisationen gegen die grausamen Tierversuche an Mäusen, die zur Produktion von Botox notwendig waren, konnte die Herstellerfirma Allergan nun endlich bekanntgeben, dass sie eine Alternative zum Tierversuch gefunden hat.
Der Test ist offiziell anerkannt.
Der erste Wermutstropfen ist, dass dies erst in der Schweiz gilt und im Ausland in vielen Ländern weiterhin der Tierversuch angewandt wird. Dies dürfte weitgehend an der schleppenden Zulassung durch die zuständigen Behörden liegen.
Der zweite Wermutstropfen ist, dass der neue Test nicht ohne Anpassungen für die Konkurrenzprodukte der anderen Firmen verwendet werden kann. Es ist anzunehmen, dass Allergan den Wettbewerbsvorteil eines tierversuchsfreien Produkts nutzen möchte. Dies bedeutet, dass Allergan seinen Test mit einem Patent schützt und vielleicht auch Lizenzen verkaufen möchte. Man wird also das Ergebnis der jahrelangen Forschung nicht möglichst rasch den Konkurrenten zugänglich machen oder ihnen bei der Entwicklung eines eigenen tierversuchsfreien Tests helfen.
Das ist zwar marktwirtschaftlich verständlich, nimmt aber in Kauf, dass bei der Konkurrenz weiterhin viele Mäuse einen qualvollen Tod sterben.
Tierschützer sollten also derzeit in der Schweiz tatsächlich das Produkt von Allergan bevorzugen, andererseits aber auch darauf hinwirken, dass Allergan ihr know-how möglichst bald den Konkurrenten zur Verfügung stellt. Tierleid ist höher zu gewichten als maximierter Gewinn.
Dass Allergan sich wirklich so beeilt hat mit dem Finden einer Alternative zu den Tierversuchen ist letztlich sicher auch ein Verdienst der Tierschutzorganisationen. Die Ärztinnen und Ärzte für Tierschutz in der Medizin haben seit Jahren mit zahlreichen Artikeln auf die Problematik hingewiesen. Insbesondere unser Beitrag in der Schweizerischen Aerztezeitung fand grosse Beachtung, auch bei Allergan selbst.
Der Verkauf des schon jetzt sehr erfolgreichen Botox wird sicherlich zunehmen, wenn auch tierfreundliche Patienten und Kunden das Präparat akzeptieren können.

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