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Neue Affenversuche an ETH und Uni Zürich für Grundlagenforschung?

Der Tages-Anzeiger machte mit mehreren Artikeln am 19.9.2014 publik, dass an der ETH wieder Tierversuche mit Primaten geplant sind. Deklariert werden sie als Forschung zur Behandlung von Schizophrenie, bei genauerer Betrachtung handelt es sich jedoch um Grundlagenforschung.


Den Affen sollen wieder Apparate auf die knöcherne Schädeldecke implantiert werden, durch die man dann Sonden schieben kann um elektrische Ableitungen in verschiedenen Hirnarealen machen zu können. Dann werden die Affen nach einer Trainingsphase in den 'Affenstuhl' gesetzt vor einen Monitor und sie müssen anhand von Bildern auf dem Bildschirm Entscheidungen treffen. Gleichzeitig werden die Hirnströme in verschiedenen Hirnrealen abgeleitet. Bei richtigen Entscheidungen werden sie mit Apfelsaft belohnt.

So in etwa muss man sich den Versuch vorstellen; eine konkrete Versuchsbeschreibung liegt nicht vor und ist uns auch auf Nachfrage beim Forscher hin bis heute nicht mitgeteilt worden.

'Wir wollen nun feststellen, wie die komplexe Interaktion zwischen Nervenzellen in diesem Areal zu solchen Entscheiden führt.'

'Und hoffen, dass sich aus den Erkenntnissen später Therapien entwickeln lassen.' (Zitate aus dem Tages-Anzeiger)


Kommentar unsererseits:

Der Zusammenhang zwischen der Versuchsanordnung und der Behandlung von Schizophrenien ist aus ärztlicher Sicht vollständig an den Haaren herbeigezogen.

Das Konzept dahinter ist sehr leicht zu durchschauen:

Wenn Sie einen Tierversuch durchbringen wollen, und dann noch an Affen, dann brauchen Sie auch in der Schweiz einen triftigen Grund. Wenn Sie dann einfach schreiben Sie interessieren sich für die Nervenbahnen die bei einer Entscheidungsfindung beteiligt sind, dann wird dieser sicher abgelehnt. Sie müssen also glaubhaft machen, dass Ihr Versuch nicht Grundlagenforschung ist, sondern mit guter Wahrscheinlichkeit einer Therapie beim Menschen dienen wird. So geschehen.

Dass diese Versuche, die angeblich wenig belastend sind und bei denen die Primaten angeblich freiwillig mitmachen, in Wahrheit gar nicht so harmlos sind, beweisen immer wieder Undercover-Aufnahmen von Tierschützern.

Man kann auch nicht sagen, dass dies nur früher so war oder nur in fernen Ländern: die neuste Untersuchung stammt aus Tübingen und ist vom Sommer 2014!!

Wenn Sie dies nicht glauben: Schauen Sie das Undercover-video aus Tübingen:

http://www.youtube.com/watch?v=5qQbQ_S3P6E


Einen Leserbrief  sowie ein Statement von unserem Vorstand finden Sie hier:


Leserbrief von Dr. med. M. Deutsch 


Statement von Dr. med. vet. Dr. habil. F.P. Gruber


Diese Versuche wären auch nicht mit dem Bundesgerichtsentscheid von 2008 zu den damaligen Affenversuchen der ETH kompatibel, in dem es heisst:

'Zu berücksichtigen sind deshalb nur die Erkenntnisse, welche mit dem beantragten Tierversuch zu gewinnen erhofft werden, und nicht das Resultat einer Kette von Tierversuchen.'

(2C_422/2008).


Diese Versuche sind also medizinisch verfehlt und juristisch mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht haltbar.


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