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Regierungsrat Zürich bewilligt Affenversuche an ETH/Uni Zürich

Was nur wenige wissen:
1. Die Behauptung der Forscher, dass die Affen sich freiwillig in die Primatenstühle setzen, den Kopf festschrauben lassen und mitmachen ist FALSCH. Tatsache ist, dass man sie dursten lassen muss und sie beim Versuch mitmachen um ihren Durst stillen zu können.
2. Es handelt sich um Grundlagenforschung, nicht Forschung zur Therapie von Schizophrenie.
3. Es braucht nicht 'nur' 3 Affenversuche um dann Schizophrenie heilen zu können. Sogar wenn man mit diesem Ansatz je in Richtung Schizophreniebehandlung weiter forschen würde, dann würde es hunderte von Nachfolge-Affenversuchen brauchen.
4. Tatsächliches Ziel der Forscher ist nicht die Durchführung dieses einen Versuchs mit 3 Affen, sondern der Aufbau eines neuen grossen Hirnforschungszentrums an Affen in Zürich mit zahlreichen Nachfolgeprojekten.


Der Rekurs der Tierschutzvertreter in der Tierversuchskommission wird in der Instanz Regierungsrat abgewiesen.
Begründet wird dies damit, dass der Erfolg für die Schizophrienieforschung 'praktisch garantiert' sei, was unseres Erachtens eine schamlose und unhaltbare Behauptung ist.


Siehe auch 'Kritische Bewertung des Regierungsratsentscheids'


In einer Medienmitteilung vom 10.12.2015 teilt der Rechtsdienst des Regierungsrates mit, dass er den Rekurs der Tierschutzvertreter gegen die geplanten Affenversuche an ETH/Uni Zürich abweist.

Besonders interessant ist, dass die Begründung sehr detailliert online ist, samt Beschreibung des geplanten Tierversuchs, währenddem es sonst jeweils praktisch unmöglich ist, genaueres zu einem Tierversuch zu erfahren, bevor er durchgeführt und publiziert ist.

Es bietet sich hier somit eine einmalige Gelegenheit für die Bevölkerung mitzuentscheiden, ob sie einen solchen Versuch will oder nicht!

Besonders interessant sind u.a. folgende Punkte:

Die Forscher betonen, dass sie keinen Zwang auf die Tiere ausüben.

Gleich darauf erfährt man, dass die Tiere aber dursten müssen, da sie sich sonst nicht 'freiwillig' sich auf die Primatenstühle setzen und den Kopf festschrauben lassen!

Dann erfährt man, dass der Versuch zwar anerkanntermassen in den höchsten Schweregrad 3 einzuteilen sei, dass dieser aber für die Menschheit so bedeutend sei, dass dies berechtigt ist.

Schaut man den Versuch genau an, dann erfährt man, dass mit den Versuchen ein mathematisches Modell etabliert werden soll. Wie dies der Schizophrenieforschung helfen soll bleibt rätselhaft.

Noch viel mehr Zweifel an der schizophrenieorientierten Forschung kommen auf, wenn man sieht, dass in den vorgängigen Versuchen der Forscher trotz ausufernden Publikationen eine allfällige Verwendung für die Schizophrenie mit keinem Wort erwähnt wird. Das müsste man ja schon erwarten, wenn es hierfür denn so bedeutend sein soll.

Dann folgen Zitate von Forschern, die die Bedeutung der Forschung für die Psychiatrie beteuern.

Ein (Partei-)Gutachter versteigt sich gar zur Behauptung, der Erfolg sei 'praktisch garantiert', eine ungeheuerliche Uebertreibung.

Die von uns befragten Aerzte und auch Psychiater können einen solchen Nutzen allerdings nicht im Ansatz erkennen und bezeichnen diese Behauptung als Anmassung, Irreführung, Frechheit oder schlicht als lachhaft.

Um einen belastenden Tierversuch, und dann erst noch an Primaten, durchzubringen, muss man letztlich auf einen enormen Nutzen auch für den Menschen verweisen können.

Wenn dieser nicht ersichtlich ist, so muss er zumindest behauptet werden. 

Wenn man in 10 oder 20 Jahren dann klar sieht, dass das reine Behauptung war, wird es niemanden mehr interessieren und die Affen sind schon längst autopsiert. Beispiele aus den letzten Jahren könnten wir reihenweise aufzählen.

Aber nur so bringt man Tierversuche durch die Bewilligungsverfahren.


Wer nun denkt, es handle sich ja 'nur' um 3 Affen und dann könne man dafür Schizophrenien besser behandeln liegt weit weit daneben.

Einerseits wäre das erst der erste aus einer gigantischen Anzahl weiterer Versuche, die notwendig wären um so ein Ziel zu erreichen.

Andererseits geht es den Forschern ohnehin nicht in erster Linie um diesen einen Versuch, sondern sie wollen eine grosse Forschungseinrichtung lancieren, in der mit neuen Techniken an Affenhirnen geforscht werden kann.

Dies mit Fördergeldern des Schweizerischen Nationalfonds SNF, also Steuergeldern. Für die ersten Versuche sind bereits 132000.- SFr bewilligt worden.

Für alle die es nicht glauben können hier der Originaltext von der Homepage des SNF, Projekt 150833:

"Im Rahmen des “Swiss Non-Human Primates Competence Center for Research“ werden wir diese Hirnfunktionen sowohl im normalen, gesunden Gehirn studieren, als auch im Zusammenhang mit kognitiven und motorischen Defiziten wie sie bei psychiatrischen Krankheiten oder nach einem Gehirntrauma auftreten."

Falls Sie es nicht bemerkt haben: nach den Studien an gesunden Affen sind viele weitere Studien an Affen geplant, dann auch an psychisch kranken Affen (die man erst wird krank machen 'müssen') oder an Affen mit Unfallschäden oder Verletzungen am Hirn (die man auch wird machen 'müssen')

Man kann nur sagen: Wehret den Anfängen..!


Dr. med. Markus Deutsch

für den Vorstand der Aerztinnen und Aerzte für Tierschutz in der Medizin


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