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Skandal um Implant Files offenbart sinnlose Affenversuche

Die grossangelegte Rechercheaktion von Tages-Anzeiger und anderen Zeitungen zeigt, dass Affenversuche mit künstlichen Bandscheibenimplantaten durchgeführt wurden mit katastrophalen Resultaten und die künstlichen Bandscheiben trotzdem Menschen implantiert wurden.

Am 27.11.2018 veröffentlichte der Tages-Anzeiger zusammen mit anderen Zeitungen eine grosse Recherche zum Thema Implantate, die sogenannten Implant-Files.

Hierbei wurde darüber berichtet, dass künstliche Bandscheiben Menschen eingesetzt wurden mit katatrophalen Folgen: die Bandscheiben zersetzten sich und bereiteten den Patienten unerträgliche Schmerzen.

Schlimm genug. Aus Patientensicht, aber auch aus Tierschutzsicht besonders stossend ist folgendes:

Vor dem Einsatz am Menschen wurden die neuen Bandscheibenprothesen Cadisc-L Pavianen implantiert, wahrscheinlich aufgrund von behördlichen Auflagen der USA. Offenbar gab es 2 Studien. Die erste sei gescheitert weil das Implantat falsch eingesetzt wurde. Bei der zweiten sah man nach 6 Monaten im MRI, in Röntgenbilder und in Gewebeproben beunruhigende Zeichen: Flüssigkeit und somit Entzündungszeichen um die Implantate, weiter dass der angrenzende Knochen erodiert und somit angegriffen wurde, weiter dass sich das Implantat verschoben hatte, was alles nicht hätte sein dürfen. Wahrscheinlich wurden die Paviane nach 6 Monaten euthanasiert und das Gewebe untersucht. Man muss davon ausgehen, dass die Paviane die gleichen unerträglichen Schmerzen litten wie die späteren Patienten.

Diese Befunde wurden aber von den Forschungsleitern als nicht relevant beurteilt - mit der Realität hätten diese nichts zu tun (!!).

Die Firma hiess Ranier Technology mit Sitz in Grossbritannien. Sie ist mittlerweile konkurs.

Im wissenschaftlichen Beirat sassen zwei schweizer Professoren. Mindestens einer implantierte die künstlichen Bandscheiben auch bei Patienten in Bern. Die beiden Professoren hatten offenbar auch eine zentrale Stellung im wissenschaftlichen Beraterstab der Firma Ranier Technology; einer war Chef des Beraterstabs.


Insgesamt zeigen diese Pavianversuche wiedermal examplarisch, 

- dass Tierversuche von Privatfirmen gemacht werden, über die keine Transparenz besteht, dies unter dem Deckmantel des zu schützenden Firmengeheimnisses

- dass weiterhin günstige Ergebnisse publiziert und schlechte verschwiegen werden können. Die Aerzte für Tierschutz fordern deshalb schon seit vielen Jahren Studienregister, in die ALLE Studien und Ergebnisse einfliessen müssen.

- dass sogar katastrophale Ergebnisse von Tierversuchen von äusserst fraglichem Wert sind, wenn die beteiligten Forscher selbst diese dann als 'nicht relevant' beurteilen.


Stand: 1.12.2018



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