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Zürcher Verwaltungsgericht bestätigt Unrechtmässigkeit von Zürcher Affenversuchen

Weiterer Rückschlag für die Tierversuche an der ETH Zürich: nachdem die ETH schon die Depressionsforschung an Affen aufgeben musste, da die Eidgenössische Ethikkommission diese als unverantwortbar einstufte, werden nun weitere Affenversuche gerichtlich gestoppt.
Die kantonale Tierversuchskommission hat im November 2006 die Bewilligungen für Affenversuche an der ETH Zürich mit einem Rekurs angefochten.

Nun hat das Zürcher Verwaltungsgericht die Beschwerden der betroffenen Hirnforscher abgelehnt.

Die Versuche waren zuvor vom kantonalen Veterinäramt bewilligt worden.

Schlimmer noch: Diese Versuch sind gar vom Schweizerischen Nationalfonds gefördert worden! Insgesamt 1,1 Mio SFr. aus Steuergeldern wurden zugesagt.

Dieser Entscheid ist aus verschiedenen Gründen sehr bemerkenswert:

Einerseits ist es unseres Wissens das erste mal überhaupt, dass es einer Tierversuchskommissionen gelingt, einen geplanten Tierversuch abzuwehren auf dem Rechtsweg.

Andererseits wurde erstmals explizit mit der Würde des Tieres argumentiert.

Der Begriff Würde ist allgemein schwer verständlich, meint letztendlich aber nichts anderes, als dass auch Tiere ein Recht auf Unversehrtheit haben und nicht unnötig gequält werden dürfen.

Insbesondere zeigt der Entscheid aber auch, dass die Selbstkontrolle der Forschung nicht funktioniert:

Wenn eine Organisation wie der Schweizerische Nationalfonds Projekte unterstützt, die letztlich von der Eidgenössischen Ethikkommission abgelehnt werden (Stichwort Depressionsversuche der ETH mit Affen) und die von Tierversuchskommissionen und Gerichten abgelehnt werden, dann beweist dies, dass Forscher (die über die Projekte des Nationalfonds letztlich entscheiden) nicht in der Lage sind, die Verhältnismässigkeit der Projekte adäquat einzuschätzen. 

Bei den abgelehnten Affenversuchsprojekten handelte es sich um Versuche der Neuroinformatik der ETH Zürich, bei denen Grundlagenforschung im Bereich des visuellen Systems betrieben werden sollte.

Daniel Kiper , einer der Forscher, beschreibt im Tages-Anzeiger die Versuche so: ’Das Tier muss mit einer Hebelbewegung  angeben, wo sich dieser zweite Balken befindet. Wenn es die Aufgabe richtig löst, bekommt es Apfelsaft’.

Damit die Tiere kooperieren, wird Ihnen vor den Versuchen nichts zu trinken gegeben und bei Erfüllung der Aufgabe dann Apfelsaft.

Tatsächlich werden hierbei aber die Hirnströme gemessen, was nichts anderes heisst, als dass diesen Tieren Hirnsonden auf dem Kopf montiert werden müssen und dass die Tiere nach den Versuchen umgebracht werden, um die genaue Lage der Sonden zu kontrollieren.


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